veröffentlich am 10.02.2025 auf Facebook
Friedrich Merz hat im gestrigen Kanzlerduell erneut eine Diskussion losgetreten, die eigentlich längst entschieden sein sollte: die Trennung von Netz und Fahrbetrieb bei der Deutschen Bahn und die Privatisierung des Personen- und Güterverkehrs. Wer sich noch an die Zeiten von Hartmut Mehdorn erinnert, weiß, wohin solche Ideen führen – zu jahrelangem Investitionsstau, Profitmaximierung auf Kosten der Qualität und einer Bahn, die immer weniger ihren eigentlichen Zweck erfüllt: Menschen und Güter zuverlässig, sicher und klimafreundlich zu transportieren.
Die Deutsche Bahn gehört zur kritischen Infrastruktur unseres Landes. Das Schienennetz ist die Lebensader des öffentlichen Verkehrs, gerade in Zeiten der Verkehrswende und des Klimawandels. Der Bahnbetrieb ist elementarer Bestandteil des öffentlichen Personenverkehrs und ebenso für die Verkehrswende aufgrund des Klimawandels. Wer ernsthaft glaubt, dass private Unternehmen hier im Sinne des Gemeinwohls handeln, der ignoriert die Realität: Wo Profit an erster Stelle steht, bleiben Instandhaltung, Service und langfristige Investitionen oft auf der Strecke. Beispiele aus anderen Ländern, wie Großbritannien, zeigen eindrücklich, dass eine zersplitterte und privatisierte Bahn zu höheren Preisen, schlechterem Service und massiven Problemen in der Infrastruktur führt.
Die Bahn ist Teil der Daseinsfürsorge. Sie verbindet Stadt und Land, ermöglicht Millionen von Menschen die Mobilität und leistet einen essenziellen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Gerade deshalb muss sie in öffentlicher Hand bleiben und darf nicht dem freien Markt überlassen werden. Statt immer neuer Reformideen, die nur Investoren begünstigen, brauchen wir endlich eine klare Strategie: massive staatliche Investitionen in das Schienennetz, bessere Arbeitsbedingungen für das Personal und eine Bahn, die für alle Menschen da ist – nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.
Wer den Schienenverkehr zukunftsfähig machen will, muss ihn stärken – nicht zerschlagen. Die Politik sollte endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Deutsche Bahn als das behandeln, was sie ist: eine unverzichtbare Säule unserer Gesellschaft, die nicht der Gewinnmaximierung geopfert werden darf.
